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21. Februar 2018 | Kongress der Kooperation Transcoop09


Foto: Mat­thi­as Rathmann

Angst vor Start-ups ist nicht begründet

Mit­tel­stän­di­sche Spe­di­tio­nen müs­sen sich vor Start-ups, die auf den Logis­tik­markt drän­gen, nicht fürch­ten. Auch wer sich als digi­ta­le Spe­di­ti­on bezeich­net, ist nicht zwangs­läu­fig bes­ser oder pfif­fi­ger. Das war eine der Kern­aus­sa­gen des 5. Kon­gres­ses der Ladungs­ko­ope­ra­ti­on Transcoop09 am Mitt­woch in Darmstadt.

Eini­ge der Refe­ren­ten des Tran­s­­co­op09-Kon­gres­­ses for­der­ten die rund 90 Teil­neh­mer zu mehr Ver­trau­en in die eige­ne Kom­pe­tenz und einem höhe­ren Selbst­be­wusst­sein gegen­über den neu­en Akteu­ren auf dem Markt und gegen­über den Kun­den auf.

Ich weiß wirk­lich nicht, was Ihnen Angst berei­ten soll” ‚sag­te Dr. Andy Apfel­städt vom Insti­tut für Ver­kehr und Raum an der Fach­hoch­schu­le Erfurt. Damit spiel­te er auf die Ergeb­nis­se einer Umfra­ge des Ver­bands Ver­kehrs­wirt­schaft und Logis­tik Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len (VVWL NRW) in Zusam­men­ar­beit mit der Agen­tur Her­zig an, wonach mehr als die Hälf­te der Befrag­ten die digi­ta­le Kon­kur­renz als Bedro­hung emp­fin­det. Selbst der VVWL davor warnt, dass die klas­si­schen Unter­neh­men den Anschluss verlieren.

Apfel­städt: Wir las­sen uns nicht einschüchtern
“Wir las­sen uns ein­schüch­tern, obwohl es nicht von­nö­ten ist”, sag­te Apfel­städt, der zugleich Chef des Start-ups Logis­tik Werk­statt Erfurt ist. Er kann sich das nur damit erklä­ren, dass den mit­tel­stän­di­schen Spe­di­teu­ren das Gefühl dafür fehlt, mit wem und womit sie eigent­lich genau kon­fron­tiert sind. Vor kei­ner der Ent­wick­lun­gen, die in Zusam­men­hang mit Logis­tik 4.0 zu sehen sind, müss­ten sich die Unter­neh­men aber fürch­ten. “Angst hät­te ich nur vor dem Bea­men von Waren, alles ande­re ist beherrschbar.”

Der wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter an der Fach­hoch­schu­le Erfurt führ­te aus, dass kei­ne Spe­di­ti­on mehr ana­log arbei­te. “Wer lässt sich denn noch von sei­nem Fah­rer per Münz­te­le­fon aus Spa­ni­en zurück­ru­fen?”, frag­te er. Spe­di­tio­nen arbei­te­ten schon längst mit moder­nen Tele­ma­tik­sys­te­men, mit Frach­ten­bör­sen und sei­en auch bei den Ent­wick­lun­gen zum auto­ma­ti­sier­ten Fah­ren im Bilde.
Emp­feh­lung: Aus­las­tung stei­gern, Effi­zi­enz erhöhen

Daher ist die Hand­lungs­emp­feh­lung im Umgang mit digi­ta­len Spe­di­tio­nen kei­ne ande­re als im Umgang mit den kon­ven­tio­nel­len Mit­be­wer­bern: Haus­auf­ga­ben machen, Aus­las­tung stei­gern und vor allem den Fahr­zeug­ein­satz ver­bes­sern. Dass vie­le Lkw im Ladungs­ver­kehr noch immer nur über eine Schicht besetzt sei­en, bezeich­net Apfel­städt als Kata­stro­phe. “Es muss uns gelin­gen, den Fahr­zeug­ein­satz zumin­dest in Rich­tung 14 bis 15 Stun­den Pro­duk­tiv­zeit zu über­füh­ren”, beton­te er. Das sei der ent­schei­den­de Schlüs­sel, um pro­fi­ta­bel und wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Hier sei auch in den Ladungs­ko­ope­ra­tio­nen noch deut­lich Luft nach oben, um sol­che Sys­te­me zum Bei­spiel mit­hil­fe von Begeg­nungs­ver­keh­ren zu entwickeln.

Prof. Iskan: Die Her­aus­for­de­run­gen sind analog
Dass hier die wah­ren Poten­zia­le lie­gen, steht auch für Prof. Dr. Ste­fan Iskan, Chef des Bera­tungs­hau­ses Iskan Advice aus Ehnin­gen, fest. “Immer mehr digi­ta­le Platt­for­men und Start-ups stür­men den Land­ver­kehr, doch unse­re aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen in der Spe­di­ti­on sind ana­log”, erklär­te er. Denn die neu­en Play­er in der Logis­tik hät­ten eines nicht – Fah­rer und Fahr­zeu­ge. “King ist, wer die Hard­ware besitzt”, beton­te Iskan. Denn der Lade­­raum-Eng­pass habe sich dra­ma­tisch zuge­spitzt, seit EU und Bun­des­re­gie­rung das Ver­bot zum Ver­brin­gen der regel­mä­ßi­gen Wochen­ru­he­zeit im Lkw umge­setzt hät­ten. “Die Ost­eu­ro­pä­er haben ihren Fracht­raum abge­zo­gen”, sag­te der Bera­ter, der jah­re­lang selbst bei gro­ßen Logis­tik­dienst­leis­tern gear­bei­tet hat­te. Kon­zer­ne bekä­men die­sen Eng­pass schmerz­haft zu spü­ren, weil die Sub­un­ter­neh­mer­kos­ten dras­tisch gestie­gen seien.

Prof. Iskan: Indus­tria­li­sie­rung ist für Spe­di­tio­nen alternativlos
Gleich­wohl ist die eige­ne Flot­te auch für Kraft­wa­gen­spe­di­tio­nen kein Selbst­läu­fer – den Zwang, den Fahr­zeug­ein­satz und die dahin­ter ste­hen­den Pro­zes­se zu ver­bes­sern, sieht auch Iskan. “Die Indus­tria­li­sie­rung ist für Spe­di­tio­nen – egal wel­cher Grö­ßen­ord­nung – kom­plett alter­na­tiv­los”, beton­te er. “Sie brau­chen eine Kul­tur der Ver­än­de­rungs­be­reit­schaft”, sag­te er an die Adres­se der Kongress-Teilnehmer.

Denn auch klei­ne­re Unter­neh­men könn­ten Ansatz­punk­te iden­ti­fi­zie­ren, um digi­ta­ler und effi­zi­en­ter zu wer­den, beton­te Prof. Dr. Dirk Loh­re, Lei­ter des Stein­beis-Bera­­tungs­­zen­­trums For­war­ding and Logistics (For­lo­gic) aus Frank­furt. “Auch bei den klei­nen Unter­neh­men fin­den sich Bei­spie­le, die schon mit kom­plett papier­lo­ser Dis­po­si­ti­on arbei­ten oder ande­re digi­ta­le Pro­jek­te umge­setzt haben.” Wie Apfel­städt und Iskan emp­fahl auch Loh­re den Unter­neh­men, die Digi­ta­li­sie­rung als Chan­ce zu sehen.
Mög­lich­kei­ten von Big Data bei Sen­dungs­ana­ly­se eingesetzt

Wel­che Poten­zia­le sich mit­hil­fe von Big Data heben las­sen, erläu­ter­te Wis­sen­schaft­ler Loh­re anhand eines aktu­el­len Bei­spiels der Stück­gut­ko­ope­ra­ti­on Car­go­li­ne. Sie ist dem Phä­no­men der Sen­dungs­schwan­kun­gen auf den Grund gegan­gen (sie­he Link zum Bericht) und hat mit­hil­fe unter­schied­lichs­ter Daten aus unter­schied­li­chen Berei­chen – von Sen­dungs­da­ten bis hin zu Wet­ter­in­for­ma­tio­nen – einen Algo­rith­mus ent­wi­ckelt, um sol­che Aus­schlä­ge nach oben und unten künf­tig vor­her­sa­gen zu kön­nen. Das bringt den Unter­neh­men deut­li­che Vor­tei­le beim Pla­nen von Kapa­zi­tä­ten – etwa beim Fahrzeugeinsatz.

Kra­vag-Mann Salz­mann sieht Vor­tei­le bei Verkehrssicherheit

Und läuft auch der Fahr­zeug­ein­satz eines Tages auto­ma­ti­siert oder gar auto­nom ab, ist das für die Bran­che eben­falls kein Grund zur Sor­ge. Rechts­an­walt Axel Salz­mann, Lei­ter des Kom­pe­tenz­zen­trums Stra­ßen­ver­kehrs­ge­wer­be und Logis­tik beim Gewer­be­ver­si­che­rer Kra­vag, mach­te deut­lich, dass die­se Ent­wick­lung ins­ge­samt eher Fort­schrit­te brin­ge – näm­lich bei der Verkehrssicherheit.

Salz­mann wies auf Schät­zun­gen der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft hin, wonach sich die Scha­dens­quo­ten durch eine höhe­re Ver­net­zung in den nächs­ten 10 bis 15 Jah­ren um fünf bis zehn Pro­zent ver­rin­gern könn­ten. Pro­ble­ma­tisch aus Sicht der Ver­si­che­rer ist aber die Über­gangs­pha­se – der Misch­ver­kehr, wenn sich Fahr­zeu­ge mit nied­ri­ger Intel­li­genz den Stra­ßen­raum mit Fahr­zeu­gen mit hoher Intel­li­genz teilen.

Salz­mann: Pla­too­n­ing wird eine grö­ße­re Rol­le spielen
Wor­auf sich die Bran­che laut Salz­mann in jedem Fall ein­stel­len muss, ist auf Lkw, die in Kolon­nen ver­keh­ren. “Wir gehen davon aus, dass Pla­too­n­ing in den nächs­ten drei bis fünf Jah­ren eine deut­lich grö­ße­re Rol­le spie­len wird”, sag­te Salz­mann – und wies auch auf die Part­ner MAN und DB Schen­ker hin, die auf der A9 einen Feld­ver­such fah­ren wol­len. Die Bei­spie­le zei­gen: Die Spe­di­tio­nen sind nicht untä­tig. Wenn sie sich wei­ter­hin krea­tiv der Pro­­zess- und Effi­zi­enz­ver­bes­se­rung stel­len, brau­chen sie kei­ne Angst davor haben, von irgend­je­man­dem abge­hängt zu werden.

Trans­coop digi­ta­li­siert: neu­er Online-Marktplatz
— Die Ladungs­ko­ope­ra­ti­on Trans­coop ist bei der Digi­ta­li­sie­rung ihrer Pro­zes­se einen deut­li­chen Schritt vor­an gekom­men. Im März/April wird die Alli­anz aus etwa 60 mit­tel­stän­di­schen Spe­di­tio­nen ihren digi­ta­len Mark­platz scharf schal­ten, den sie vori­ges Jahr auf der Mes­se Trans­port Logistic in Mün­chen vor­ge­stellt hat­te. Er umfasst eine Aus­­­schrei­­be-Plat­t­­form, eine Lade­raum­bör­se und eine Fuhr­park­ver­wal­tung. Erst ein­mal soll die Platt­form Tran­s­­co­op09-Parn­t­­nern und Ver­la­dern vor­be­hal­ten sein, ehe sie mög­li­cher­wei­se ein­mal für Drit­te geöff­net wird.
— Die Koope­ra­ti­on fei­ert nächs­tes Jahr ihr zehn­jäh­ri­ges Bestehen. Tran­s­­co­op09-Vor­­­stand Josef Peri­sa spricht von einer sta­bi­len Ent­wick­lung. Rund 90 Pro­zent der Mit­glie­der sei­en bereits seit fünf oder sechs Jah­ren dabei. Begon­nen hät­ten die Akti­vi­tä­ten der Koope­ra­ti­on mit dem Ladungs­tausch. Fin­det er zur­zeit vor allem durch Abstim­mung per Tele­fon oder Mail statt, soll die­ser künf­tig über den neu­en Online-Mark­t­­platz abge­wi­ckelt werden.
— Mit Schnitt­stel­len kön­nen an die­sen Markt­platz auch ande­re digi­ta­le Ange­bo­te inte­griert werden.Absehbar ist, dass das auf Ladungs­­­trä­ger-Abwick­­lung spe­zia­li­sier­te Start-up Swo­plo aus Esch­born dar­an ange­schlos­sen wird. Swo­­plo-Vor­­­stand Andre­as Gün­kel nutz­te den Tran­s­­co­op09-Kon­gress, um auf die Vor­tei­le der digi­ta­len Palet­ten­ab­wick­lung hinzuweisen.
— Ging das Por­tal vor einem Jahr an den Start, sind bereits 400 Nut­zer regis­triert, die bereits 10.000 Trans­ak­tio­nen aus­ge­löst hät­ten. Gün­kel kann ihnen hand­fes­te Vor­tei­le auf­zei­gen, weil die Abwick­lung digi­tal und trans­pa­rent erfolgt – und Spe­di­tio­nen sich damit Arbeit spa­ren und die Feh­ler­an­fäl­lig­keit redu­zie­ren. Eine Erleich­te­rung dürf­te vor allem die Mög­lich­keit eines Clea­rings bei Pale­t­­ten­­for­­de­­run­­gen- und Ver­bind­lich­kei­ten sein. Sie spart Aus­ga­ben und Aus­gleichs­fahr­ten und bringt Unter­neh­men gleich noch mit­ein­an­der in Kontakt. 

Aut­hor: Mat­thi­as Rath­mann, trans aktu­ell Chefredakteur
erschie­nen bei eurotransport.de am 8 Febru­ar 2018

12. Februar 2018 | Momentaufnahmen eines erfolgreichen Transcoop09-Kongresses im darmstadtium…

Zum Anlass des Kon­gres­ses ein Transcoop09-Trailer
Das Publi­kum hört gebannt zu…

Prof. Dr. Iskan über Digi­ta­li­sie­rungs­druck und ana­lo­gen Herausforderungen

Dr. Andy Apfel­städt: “Kei­ne Angst vor digi­ta­len Wettbewerbern”
Prof. Dr. Dirk Loh­re über Mensch und Technik
Mat­thi­as Rath­mann von der trans aktu­ell mit Prof. Dr. Loh­re im Fragen-Antwort-Teil
Andre­as Gün­kel über digi­ta­le Lademittelverwaltung
Mat­thi­as Rath­mann und Andre­as Günkel
Josef Peri­sa, Vor­stand der Transcoop09 AG, ver­ab­schie­det sich vom Publikum

9. Januar 2018 | ILTRANS Deutschland GmbH

Gut bera­ten. Gut geplant. Gut trans­por­tiert. Ihr Gut am Ziel.

Seit nun­mehr 15 Jah­ren ist ILTRANS Deutsch­land GmbH in der Tran­s­­port- und Logis­tik­bran­che erfolg­reich tätig. Die Haupt­nie­der­las­sung befin­det sich in Kas­sel, die zwei Außen­stel­len in Hid­den­hau­sen und Bran­den­burg. Aktu­ell sind 16 Mitarbeiter/ -innen beschäftigt.

Leis­tung & Spezialisierung
Für ihre Kun­den orga­ni­siert ILTRANS Deutsch­land GmbH natio­na­le und inter­na­tio­na­le Trans­por­te in ganz Euro­pa (FTL & LTL). Gro­ßen Wert legt die Fir­ma dabei auf die Betreu­ung wäh­rend des Trans­ports. Durch den Ein­satz neu­es­ter Soft­ware kön­nen ihre Dis­po­nen­ten jeden Trans­port ziel­ge­rich­tet nach­ver­fol­gen. Auch kurz­fris­ti­ge Son­der­fahr­ten oder Gefahr­gut­trans­por­te zäh­len zu dem Leis­tungs­port­fo­lio des Unter­neh­mens. Beson­de­re Erfah­run­gen hat das Unter­neh­men über die Jah­re in den Trans­port­be­rei­chen: Auto­mo­ti­ve, Elek­tro­nik, Bau­we­sen, Kon­struk­ti­on, Che­mie als auch Mes­se erlangt.

Qua­li­tät & Entwicklung
Die ILTRANS Deutsch­land GmbH zeich­net sich sowohl durch Ihre qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Trans­port­lö­sun­gen, dank dem Ein­satz inno­va­tivs­ter Soft­ware, als auch durch Ihr qua­li­fi­zier­tes und enga­gier­tes Team aus.
Seit der Grün­dung des Unter­neh­mens haben sie sich ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt und schritt­wei­se ein ein­zig­ar­ti­ges, logis­ti­sches Netz­werk auf­ge­baut. Die Zufrie­den­heit ihrer Kun­den spie­gelt sich vor Allem in der lang­jäh­ri­gen Zusam­men­ar­beit wieder.

Ver­ant­wor­tung und Partnerschaft
Neben Kun­den­nä­he und –zufrie­den­heit liegt der Fokus der ILTRANS Deutsch­land GmbH eben­so auf der Pfle­ge von über die Jah­re gewach­se­nen Koope­ra­tio­nen zu namen­haf­ten Trans­port­un­ter­neh­mern sowohl natio­nal als auch inter­na­tio­nal. Sie set­zen auf Nach­hal­tig­keit aus Über­zeu­gung und übernehmen öko­lo­gi­sche Verantwortung.
In die­sem Jahr wur­den das Unter­neh­men durch die Inte­gra­ti­on eines Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tems nach ISO 90001:2015 und ISO14001:2015 zer­ti­fi­ziert.

www.iltrans.com